DER KONZEPTIONELLE ANSPRUCH MEINES PROGRAMMS HISTORISCHER TASTENINSTRUMENTE
 
 

Das in den letzten Jahren neu erwachte Interesse an der Musik des Barock und der Renaissance sowie das Bewusstsein um die Notwendigkeit eines historischen Tasteninstruments zur Gewährleistung einer entsprechenden Aufführungspraxis haben in den letzten Jahrzehnten den Bau qualitativ hochwertiger Tasteninstrumente, die sich an historische Originale anlehnen, wiederbelebt.

Basierend auf den technischen Daten, die ich in den wichtigsten europäischen Musikinstrumente-Museen gesammelt und ausgewertet habe, restauriere ich historische Tasteninstrumente bzw. entwerfe und stelle Kopien von historischen Originalen her. Dabei respektiere ich nicht nur die traditionellen Kriterien der historischen Cembalobaukunst, sondern setze auch da, wo es mir sinnvoll und angebracht erscheint, moderne Materialien zur strukturellen und musikalischen Verbesserung der Instrumente ein. Das Ergebnis dieser Philosophie sind kompromisslose Unikate, die den höchsten musikalischen Ansprüchen Genüge leisten.

Klangfülle, gute Stimmhaltung, regelmäßiger Anschlag und höchste Zuverlässigkeit sind die national und international vergebenen Prädikate für meine Instrumente.

Dank der Sorgfalt und Genauigkeit in der Verarbeitung sind meine Instrumente klanglich vollendet und für das gesamte Cembalo-Repertoire einsetzbar: Angefangen bei der harmonisch-rhythmischen Prägnanz, die beim Basso Continuo-Spiel gefordert wird, über das Hervorheben eines Kontrapunktes bis hin zum Ausdruck der Feinheiten des galanten Stils.

Alle Instrumente werden mit Resonanzböden aus rotem, an der Luft getrocknetem Fichtenholz aus dem "Val di Fiemme" gefertigt - das gleiche Holz, das für die Stradivari-Violinen verwendet wird. Der Schnitt des Holzes in Viertel, bei dem die parallele Anordnung der Fasern (die Dicke variiert zwischen 1,5 und 4,0 mm gemäß der historischen Cembalobaukunst) beibehalten wird, gewährleistet größtmögliche Klangfülle. Die Faserdichte ist von ungeheurer Bedeutung: Hochwertige Resonanzböden zeichnen sich nicht zuletzt durch einen Standard von mindestens 6 bis 9 Fasern pro Zentimeter aus.
Die korrekte Bemessung der Stege und Rippen verleiht dem Resonanzboden den optimalen Grad an Elastizität, so dass bleibende Verformungen des Resonanzbodens vermieden werden können. Das Ergebnis ist ein lang anhaltender Klang mit einer großen Substanz im Baßbereich und einer gesanglichen Höhenlage.

Die Klaviatur besteht aus ausgeglichenen Tasten mit einer Belegung, die aus italienischem Buchsbaum, Knochen, Ebenholz oder Palisander gefertigt wird. Die Gleichgewichtung der Tasten und Überprüfung jedes einzelnen Springers aus Birnbaumholz verleihen der Mechanik größtmögliche Präzision sowie Sicherheit beim Anschlag.

Die Springer sind mit einer mikrometrischen Schraube zur Regulierung der Plektren und einer Regulierungsschraube für die Länge versehen, was ein einfaches und präzises Voicing gewährleistet.
Dadurch kann der Cembalist das letzte Voicing des Instrumentes auf einfache Art und mit größter Präzision konstant halten.
In jedem Fall werden die Regulierung der Plektren sowie die erste Intonation von mir persönlich ausgeführt. Je nach Kundenwunsch und den musikalischen Anforderungen entsprechend, werden Anschlag der Tasten und Intonation entsprechend von mir angepaßt.
Der Teil des Springers, in dem der Kiel eingesetzt ist, der sog. Kielträger, kann sowohl aus Holz als auch aus Delrin verwendet werden; in beiden Fällen ist er herausnehmbar.
Dies "rettet" den Cembalisten vor allem in all denjenigen unangenehmen Situationen, in denen diesem während eines Konzerts oder sonstigen Vorführung plötzlich ein Kiel nicht mehr funktioniert. Das sofortige, einfache Ersetzen eines Kielträgers durch denjenigen einer im Repertoire nicht benutzten Taste sichert nicht nur das Fortfahren des Konzerts, sondern gewährleistet auch, dass der Körper des "verunglückten" Springers am gleichen Platz bleibt und somit mögliche Probleme aufgrund eventueller Toleranzunterschiede zwischen Springer und Register vermieden werden können.

Der Stimmstock besteht aus drei kreuzfaserweise übereinandergeleimten Schichten massiven Kirschbaumholzes, was eine perfekte Stimmstabilität gewährleistet.

Als Verankerungs- und Abgrenzungsstifte für den vibrierenden Teil der Saiten werden vergoldete Stifte verwendet, die das "Gleiten" der Saiten und eine präzise Stimmung erleichtern.
Die Scharniere sind aus handgesägtem Messing in Anlehnung an die historischen Vorbilder.

Alle Instrumente sind mit einem Zubehörset ausgestattet, das einen Stimmschlüssel, einen Bistouri mit Ersatzklingen für das Voicing und einen kleinen Holzkeil, Ersatz-Plektren und Dämpfer, einen Schraubenzieher zur Regulierung der Springer und ein komplettes Ersatz-Saiten-Set mit vorbereiteter Öse umfasst.

Dekorationen
Die Instrumente können mit Temperamalereien versehen werden (Blumengirlande um die Rosette herum oder Bemalung des gesamten Resonanzbodens). Die flämischen und französischen Cembali haben im Resonanzboden eine Goldrosette.
Flämische Cembali werden auf Wunsch mit den typischen Ruckers-Drucktapeten dekoriert bzw. die Deckelinnenseite in Anlehnung an historische Originale mit entsprechenden Landschaftsdarstellungen in Öl bemalt.
Die Gehäuse können mit der historischen "laccatura alla veneziana" behandelt oder antikisiert werden.